So entstehen also Gerüchte! Zufällig und in keinster Weise beabsichtigt stellt man irgendetwas an und schon wird man als kriminelles Subjekt hingestellt, tss!
Gestern hatte ich es irgendwie vollbracht, beim Aufschließen meiner Kassenschublade den Schlüssel abzubrechen (natürlich war der schon uralt und auch schon vorher total verbogen und überhaupt…) und natürlich steckte die eine Schlüsselhälfte immer noch im Schloss, was, wie sich der aufmerksame Leser eventuell denken kann, nicht unbedingt die optimalste Situation ist. Erste Beratungen waren fruchtlos, immerhin wagte jemand die Vermutung zu äußern, dass es irgendwo noch einen Zweischlüssel gäbe, wobei der in der aktuellen Lage ohnehin nichts brächte. Daraufhin eilte ein eifriger Kollege mit verschiedenen Magneten herbei und versuchte vergeblich, damit das Stück Metall hervorzulocken, unter den kritischen Blicken dreier Kassiererinnen („Das schaffst du eh nicht!“ „Doch, da ist mein Lohn drin..!“). Kollegin C. schlug schließlich vor, dem Ding mit einer aufgebogenen Büroklammer zu Leibe zu rücken, um es aus dem Schloss „herauszuangeln“. Gesagt, getan.
Die folgenden zwei Minuten gestalteten sich dann etwa folgendermaßen:
Ich: *bastel* *wurschtel* *grummel* *operier*
*klick*
*stille*
C.: „Du Panzerknacker!!“
„Aus Versehen“ hatte ich gerade erfolgreich meine eigene Kasse geknackt und durfte mir nun allerlei Mutmaßungen seitens meiner Kollegen über meinen hauptberuflichen Broterwerb anhören…
Einzig das Stück Schlüssel zeigte sich gänzlich unbeeindruckt und verblieb immer noch an Ort und Stelle. Also beschloss ich, schwerere Geschütze aufzufahren und griff zum Schraubenzieher! Ehrfürchtiges Niederknien bitte!
Wie sich die fröhliche Heimwerkerstunde dann gestaltete, sei hier nicht näher ausgeführt, nur dass nach dem Wiederzusammenbau irgendein vorwitziges Metallstück übrig blieb (so fühlt es sich also an, wenn man Möbel eines gewissen schwedischen Möbelhauses zusammenbaut…) und ich im Umgang mit dem Dietrich mittlerweile hervorragend geschult war. Und dass die Schlüsselhälfte selbstverständlich immer noch an Ort und Stelle war.
Da am Ende meiner Schicht niemand wusste, was man sonst noch tun könnte, wurden die Beratungen bezüglich des weiteren Vorgehens vorerst vertagt.
Nach uns die Sintflut…
Sie nennen mich Panzerknacker (Tage des Jammers ;-)) Verfasst: Sonntag, den 22. November 2009 21:54
Her mit dem Rabatt, oder ich rufe die Polizei! (Tage des Jammers ;-)) Verfasst: Dienstag, den 17. November 2009 17:23
Seit einiger Zeit arbeite ich in einem örtlichen Geschäft. Dort
sitze ich dann gut gelaunt an der Kasse und habe für jeden ein
nettes Lächeln und ein freundliches Wort übrig – für fast
jeden!
Bei uns kann man so allerlei kaufen, unter anderem auch Weine. Bei
denen gibt es hin und wieder Aktionspreise: man kauft einen ganzen
Karton, also sechs Flaschen, eines bestimmten Weines und bezahlt
davon nur fünf Flaschen.
„Klasse, da geh ich gleich mal hin!“, sprach da ein
rüstiger Weinliebhaber, als kürzlich in unserer Werbung diese
Aktionspreise lang und breit angepriesen wurden. Doch die Vorfreude
des guten Mannes, in dessen Augen bereits die Weingläser
leuchteten, wurde leider getrübt, als er feststellen musste, dass
sich der Aktionspreis nur auf 6 Flaschen einer gleichen Sorte Wein
bezog, nicht jedoch auf eine bunte Zusammenstellung von sechs
verschiedenen Aktionsweinen, wie ihm der Wein-Fachmann des Hauses
bedauernd mitteilte. Frustriert, da sowohl um Wein, als auch
um Rabatt gebracht, stürmte der Weinliebhaber daraufhin gen
Ausgang, fand jedoch im Vorbeirauschen noch genug Zeit, seinen
Unmut an der unschuldigen Kassiererin, meiner Wenigkeit,
auszulassen:
RÜSTIGER WEINLIEBHABER (aufgebracht): Finden Sie das nicht
etwas sehr kleinlich, dass Ihre 5+1-Aktion nur auf Weine der
gleichen Sorte beschränkt ist?
KASSIERERIN (zögernd): Ääh…
RÜSTIGER WEINLIEBHABER: Das geht aus Ihrer Werbung jedenfalls so
nicht hervor, das ist ja sehr hinterfotzig, geradezu Betrug am
Kunden ist das! Das wird auf jeden Fall noch Folgen haben, ich
werde mich bei denen da oben mal über Sie beschweren, geben Sie das
der Marktleitung ruhig so weiter!
Abgang rüstiger Weinliebhaber unter weiteren
Unmutsbekundungen
Das war an einem Samstag. Am Montag hatte ich frei, so durfte ich
mir am Dienstag die Fortsetzung der Geschichte von einer Kollegin
anhören:
Unser Weinliebhaber hatte nämlich zuhause einen genialen
Schlachtplan ausgetüftelt. Mit diesem im Hirn betrat er erneut die
unwürdigen Hallen des Betrugs, belästigte erneut den Weinfachmann
des Hauses und verlangte schließlich den Chef zu sprechen. Der kam
dann auch, sah, und siegte… nicht! Stattdessen ließ er sich
um des lieben Friedens willen dazu weich klopfen, dem guten Mann
auch einen gemischten Karton zum Aktionspreis zu verkaufen. Prima,
Sache erledigt, allgemeines Aufatmen, halleluja!...
…sollte man meinen, nur liegt die Getränkeabteilung
dummerweise am anderen Ende des Ladens, d.h. man bekommt an der
Kasse davon, was dort so vor sich geht, nichts mit und noch
dummerweiserer hatte der Chef keinen irgendwie gearteten Vermerk
beigegeben, der den Kassiererinnen einen Hinweis darauf geben
könnte, dass der Karton zum reduzierten Preis rausginge.
Stattdessen schlug nun die ganz große Stunde unseres
Weinliebhabers: als die Kollegin gerade ihre Finger ausstreckte, um
jede Flasche aus dem Karton zu nehmen und einzeln abzuscannen (was
einen Mehrpreis von ca. 3 Euro bedeutet hätte), fing der gute Mann
an, Zeter und Mordio zu schreien, dass man ihm den reduzierten
Preis zugesichert hätte, was das denn hier für ein Laden sei,
Betrug, hinterfotzig, Folgen, beschweren, oben, usw.
Als die Kollegin kühl darauf hinwies, dass sie erst beim Chef
nachfragen müsse, sonst könnte ja jeder kommen und einen billigeren
Preis verlangen, zog der Held der Stunde nun seinen ganz großen
Trumpf aus der Tasche: „Sie geben mir jetzt sofort den
reduzierten Preis – oder ich rufe die
Polizei!“
*blitz* *donner*
Keine Ahnung, warum unser Weinliebhaber ausgerechnet der örtlichen
Polizei unsere Weine empfehlen wollte, jedenfalls war das eindeutig
zuviel der Ehre, die Kollegin sagte, nachdem sie ihren Unterkiefer
wieder vom Boden eingesammelt hatte, nichts mehr und gab dem
triumphierend grinsenden Herrn die sechste Flasche umsonst
mit.
Wohl bekomm’s!
Mutter, Kind und Ball (Fotografie: Städteimpressionen) Verfasst: Freitag, den 13. November 2009 15:40
Murmeln (Fotografie: Das Besondere im Alltäglichen) Verfasst: Sonntag, den 18. Oktober 2009 21:16
Kommunikationsprobleme deluxe - Heute (Tage des Jammers ;-)) Verfasst: Mittwoch, den 01. Juli 2009 17:46
Am nächsten Tag rief dann auch tatsächlich jemand an, nämlich
Herr R, der bereits bekannte Kollege des Erkrankten und die
Situation konnte zumindest teilweise aufgeklärt werden, wenn auch
nicht gerade zur Freude von Mademoiselle. Aber immer schön der
Reihe nach:
Mademoiselle hatte die Wohnung fristgemäß zum 1. August gekündigt,
jedoch meinten ihre Vermieter, sollte sich schon früher ein
Nachmieter finden, könne sie bereits früher ausziehen. Anfang Juni
meldete sich dann der Herr L, um die Sache ins Rollen zu bringen,
kurz darauf wurde auch schon ein Besichtigungstermin für
potentielle Nachmieter vereinbart. Dieser fand auch statt und beide
Kandidaten füllten ihre Formulare aus und sagten, sie würden die
Wohnung ab dem 1. Juli übernehmen. So weit so gut, hätte man nun
denken können. Leider war dem ganz und gar nicht so, da die ganze
Angelegenheit nach diesem Termin offenbar zum Erliegen kam, aus
welchen Gründen auch immer, wovon Mademoiselle après und offenbar
auch sonst niemand leider nicht die leiseste Ahnung hatte. Daher
ging Mademoiselle davon aus, dass sich alles zur vollsten
Zufriedenheit aller Beteiligten entwickelt hätte und kündigte schon
mal den Überweisungs-Dauerauftrag für die Miete, denn spätestens
als der Termin für die Schlüsselübergabe für den 30. Juni
festgelegt worden war, hätte man ja wohl mit Fug und Recht davon
ausgehen können, dass die Sache nun geregelt und in trockenen
Tüchern war.
Tja, wie bereits erwähnt, war dies also nicht der Fall. Ob die
Formulare der Nachmieter-Kandidaten überhaupt je den Vermieter
erreichten, entzieht sich der Kenntnis aller Beteiligten, fest
steht nur, dass Herr R, der im Verlauf der letzten Woche sämtliche
Aufträge des Herrn L übernahm (so erklärte sich dann auch die
Weiterleitung auf die Mailbox von R), erst Kenntnis von dieser
Sache erlangte, als ihn vor einigen Tagen eine der beiden
Kandidatinnen anrief und nachfragte, wie es denn mit der
Schlüsselübergabe für die Wohnung aussähe. Herr R wusste wie gesagt
von nichts und fand auch keine Papiere, geschweige denn einen
unterschriebenen Mietvertrag, die ihm irgendwelche Anhaltspunkte
liefern konnten, worum und um wen es da ging. Offenbar kam
tatsächlich erst durch den ins Wasser gefallenen Termin gestern
(übrigens wörtlich zu nehmen, da der brütenden Hitze am Nachmittag
noch ein ordentliches Gewitter folgte) und den damit einhergehenden
Anrufen im Büro der Herren L und R etwas mehr Licht in die
Sache.
Die aktuelle Situation stellt sich also folgendermaßen dar:
- es gibt keine aufschlussreichen Papiere über die
Angelegenheit
- es steht kein Nachmieter fest
- demzufolge bin ich noch Mieterin und muss nun für diesen Monat
auch noch Miete zahlen, von dem Geld, was schon fest für die
Rückzahlung des Studienkredites eingeplant war
- Herr R, der die Sache jetzt in die Hand genommen hat, versucht
nun einen Nachmieter zu finden, der optimalerweise schon zum 15.
Juli einzieht
- der neue Termin für die Abnahme wurde auf den 9. Juli
festgelegt
- Ich bin leicht genervt
- Meine Eltern sind sehr genervt
Immerhin herrscht jetzt mehr oder weniger Klarheit und man darf
davon ausgehen, dass die Sache nun zuverlässig und hoffentlich auch
zügig zu Ende gebracht wird.
Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert… *schnaub*









Kommentare